In Jeddah haben Forscher der King Abdullah University of Science and Technology (KAUST) herausgefunden, dass Korallen darauf trainiert werden können, Krankheiten besser zu widerstehen, bevor ein Ausbruch erfolgt.
Wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA berichtete, zeigte die in ISME Host Microbe veröffentlichte Studie, dass Korallen resistenter wurden, wenn sie zuvor subletalen Dosen oder inaktiven Formen eines krankheitserregenden Pathogens ausgesetzt waren. Dieser Prozess wird als Pathogen-Priming bezeichnet und ähnelt dem Konzept von Impfstoffen, die den Körper auf zukünftige Bedrohungen vorbereiten.
Die Forschung, die mit Korallen aus dem Roten Meer durchgeführt wurde, lieferte den ersten Beweis dafür, dass Korallen eine schützende, immunähnliche Gedächtnisreaktion entwickeln können, obwohl sie nicht über die adaptiven Immunsysteme von Menschen oder anderen Wirbeltieren verfügen. Professor Raquel Peixoto von der KAUST erklärte, dass die exponierten Korallen signifikant besser auf denselben Krankheitserreger reagieren konnten.
Die Ergebnisse zeigen, dass dieser Schutzeffekt sowohl mit Veränderungen in der Koralle selbst als auch in ihrem Mikrobiom, der Gemeinschaft unterstützender Mikroorganismen, zusammenhängt. Das Team hat bereits eine Patentanmeldung für die Nutzung des Pathogen-Priming zur Stärkung der Krankheitsresistenz eingereicht.
Wie funktioniert das Pathogen-Priming bei Korallen? Das Pathogen-Priming funktioniert, indem Korallen subletalen Dosen oder inaktiven Formen eines krankheitserregenden Pathogens ausgesetzt werden. Wenn diese Korallen später erneut mit der Krankheit in Kontakt kommen, weisen sie eine höhere Resistenz auf. Dieser Vorgang ähnelt der Funktionsweise von Impfstoffen, die den Körper darauf vorbereiten, zukünftige Bedrohungen zu erkennen und darauf zu reagieren.
Was ist das Besondere an der Entdeckung der KAUST-Forscher? Die Entdeckung ist der erste Beweis dafür, dass Korallen eine schützende Reaktion entwickeln können, die einem Immungedächtnis ähnelt. Dies ist deshalb bemerkenswert, weil Korallen im Gegensatz zu Menschen und anderen Wirbeltieren nicht über ein adaptives Immunsystem verfügen. Die Studie belegt, dass sie dennoch darauf trainiert werden können, ihre natürlichen Abwehrmechanismen gegen Krankheitserreger zu stärken.
Welche Faktoren beeinflussen die Resistenz der Korallen? Die gesteigerte Resistenz der Korallen ist laut der Forschung nicht nur auf Veränderungen innerhalb der Koralle selbst zurückzuführen. Ein wesentlicher Faktor ist zudem die Veränderung des Mikrobioms, also der Gemeinschaft von Mikroorganismen, die zusammen mit der Koralle leben und deren Gesundheit unterstützen. Die Studie wurde unter Verwendung von Korallen aus dem Roten Meer durchgeführt.